Trauma und seine Folgen (Posttraumatische Belastungsstörung)

Narben pflastern und durchziehen dein Leben, jede Narbe ist eine Geschichte und ein Teil deines Lebens. Aber wer weiss wie man damit umgeht kann damit seine Zukunft bereichern und verschönern. – Manuel Schneider

Über 50% aller Menschen werden im Laufe ihres Lebens mit einem traumatischen, äußeren, lebensbedrohlichen Ereignis konfrontiert.

Wenn Menschen plötzlich und unvorbereitet einer existentiellen Bedrohung ausgesetzt sind, es keine Hilfe gibt und Flucht oder Kampf unmöglich sind, folgen intensive Gefühle von Furcht, Hilflosigkeit, Ohnmacht und Entsetzen. Der Körper erstarrt und wird von Hormonen überflutet. Beste Möglichkeit das zu verkraften ist „Unterwerfung“: die Wahrnehmung der Gefühle des eigenen Körpers und der Außenwelt werden „abgeschaltet“ (dissoziative Reaktion). So werden alle wahrnehmbaren Informationen nicht zu einem Gesamtbild zusammengefügt, es bleiben „Splitter“

Hierzu zählen Situationen, die plötzlich und unvorbereitet eine existentielle Bedrohung hervorrufen,
als problematisch oder bedrohlich wahrgenommen werden und die mit Gefühlen wie Hilflosigkeit, Angst und Schutzlosigkeit einhergehen. Ein Entkommen scheint unmöglich, es gibt weder Hilfe noch scheinen Flucht oder Kampf möglich. Es folgen intensive Gefühle von Angst, Hilflosigkeit, Ohnmacht und Entsetzen. Der Körper erstarrt förmlich und wird von Hormonen überflutet. Die beste Möglichkeit das zu verkraften ist „Unterwerfung“. Die Wahrnehmung der Gefühle des eigenen Körpers und der Außenwelt werden „abgeschaltet“.

Diese Reaktion ist ein hoch funktionaler und ein sinnvoller Versuch, um das Überleben in dieser Situation zu sichern.
Währenddessen erleben die Betroffenen diese Ereignisse jedoch als aussichtslos und als subjektiv nicht bewältigbar, was zu einer (eventuell dauerhaften) Erschütterung des Selbst- und des Weltbildes führen kann.

Reaktionen auf ein solches Erlebnis können sein:

  • heftige Rückerinnerungen (Flashbacks), Albträume
  • Vermeidung von Situationen, die als bedrohlich empfunden werden, psychische Erstarrung und emotionale Anästhesie
  • Körperliche Symptome wie Übererregung: Zittern, Herzklopfen, Schweißausbrüche, erhöhter Puls, Kopfschmerzen etc

 

Je nach Schwere des Traumas können diese Symptome zwischen 4 Wochen und einem halben Jahr dauern.
Diese Symptome sind jedoch keine von Krankheit sondern von Selbstheilung!
Erst wenn die Selbstheilung nicht gelingt, kann es zu einer Chronifizierung kommen und dann spricht man von einer Traumafolgeerkrankung.

Unterscheidung von Traumata

Bei Traumata werden zwei Typen unterschieden: Unter Typ 1 versteht man ein Trauma von kurzer Dauer und einmaligem Auftreten. Die Ursachen liegt eher in externen Faktoren, beispielsweise hervorgerufen durch eine Naturkatastrophe, Krieg oder einen Unfall. Als Folge kann eine Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) auftreten.

Typ 2 hingegen ist ein Trauma von längerer Dauer und wiederholtem Auftreten, durch Menschen verursacht, vor allem durch nahestehende Bezugspersonen, etwa durch sexuellen Missbrauch, Misshandlung, Freiheitsberaubung, emotionale Erpressung, etc. Als Folge spricht man von einer komplexen Traumafolgestörung bzw. komplexer posttraumatischer Belastungsstörung (K-PTBS).

Ungeheilt ist nicht unheilbar. – Walter Ludin

Typische Folge-Kennzeichen sind neben Schuld- und Schamgefühlen beispielsweise auch Symptome des Wiedererlebens, etwa durch Albträume oder Flashbacks. Hinzu kommt vegetative Überregung, die sich durch Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen oder Konzentrationsschwierigkeiten äußern kann. Andere Menschen wiederum zeigen Vermeidungssymptome, ziehen sich zurück, stumpfen emotional ab oder entwickeln Erinnerungslücken. Auch das soziale Leben leidet unter den Folgen eines Traumas, da Vertrauensprobleme und Selbsthass die Interaktion mit den Mitmenschen erschweren oder sogar ganz verhindern.

Neben den durch die Störung hervorgerufenen Symptomen wird außerdem der Verlauf körperlicher Krankheiten negativ beeinflusst und es steigt das Risiko anderer psychischer Krankheiten, wie etwa Depressionen oder Suchterkrankungen.

Grundsätzlich bestehen aber gute Heilungschancen, vor allem wenn frühzeitig mit einer Therapie begonnen wird. Bei Nichtbehandlung kann es jedoch zu einer Verschlechterung des Zustandes, einem chronischen Verlauf der Störung sowie langfristig zu einer Persönlichkeitsveränderung kommen.

Heilung bedeutet, dass der Mensch erfährt, was ihn trägt, wenn alles andere aufhört, ihn zu tragen. – Wolfram von Eschenbach

Psychotherapie kann Sie unterstützen, das Erlebte zu verarbeiten um wieder zu einem guten Lebensgefühl zurückkehren zu können.